Heyho, für alle die Teil 1 noch nicht gelesen haben: In diesem Beitrag gehts darum, warum “26″ von Anthony Zuiker aus gestalterischer Perspektive das weltbeste eBook ist und wie man die armen Menschen, die eBooks doof finden, weil man nicht darin blättern kann, mit anderen Immersions-Effekten trotzdem glücklich machen kann. Soweit, weiter im Text:

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Die Entwickler von “26″ nutzten vor Allem zwei Möglichkeiten um den Leser kontinuierlich zu fesseln: grafische Elemente und Sound-Gestaltung:
1. Grafik:
ein iPhone hat ein hochauflösendes Farbdisplay. Und das nutzt der Autor (respektive die Entwickler) voll aus.
- Ein komplett auf das Buch zu geschnittes User Interface: Anders als viele andere eBooks (nicht nur die Schwarzweiß-Trauerspiele sondern auch als die meisten andren iPhone-Applikationen) gibt es (wie beim Printbuch auch) keine wahrnehmbare Grenze zwischen Lesegerät/Readersoftware und Content. Dieses einheitliche Layout macht das Buch zu einem Gesamt-Erlebnis.
- Dreidimensionalität: Da viele eBooks auf ePubs basieren und damit letztendlich auf Druckfahnen, können sie ohne weitere Bearbeitung nichts anderes sein als zweidimensionale Printseiten. Bei einem Print-Buch ist es vollkommen okay, dass der eigentliche Content nur zweidimensional ist (bis auf Illustrationen), da durch das Umblättern der Seiten die Textoberfläche dreidimensional erfahrbar wird. Das wird sie auf einem Bildschirmgerät leider nicht. Daher hat sich das Team von Anthony Zuiker zwei andere Features einfallen lassen, die Dreidimensionalität wiederherstellen. Zum einen wird beim Wechsel in den Text ein Lesebändchen über den Text eingeblendet, zum anderen lässt sich das Inhaltsverzeichnis gegen eine Hintergrundgrafik verschieben.
2. Sound:
- Seiten umblättern: Per se ist ein eBook im Gegensatz zu Buch ein lautloses Gerät, was vom Leser zurecht als fehlend, als weniger immersiv empfunden wird. Dieses Fehlen lässt sich jedoch ganz einfach beheben, indem man bei jedem Seite-Umblättern ein Geräusch abspielen lässt. Und hier offenbart sich das Potential von Multimedia-Geräten (wie z.B. dem iPhone), denn im Gegensatz zu einem Printbuch ist man beim eBook nicht nur auf ein einziges Geräusch festgelegt, sondern der Entwickler kann völlig frei aus einem Repertoire unterschiedlichster Sounds schöpfen. So kann er eine auf den jeweiligen Inhalt zugeschnittene Geräuschkulisse aufbauen, um das vorher schon angesprochene “Gesamt-Erlebnis” zu erzeugen. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass es sich nicht um eine statische Komposition handelt, sondern das der Leser mit jedem Tipp Einfluss auf die Geräuschkulisse nimmt, so dass sie sich mit dem Lesefluss des jeweiligen Users verändert. Ob das Verwischen der Grenze zwischen Buch und Musikinstrument, das dadurch auch entstehen kann, gewollt ist, muss hier jeder Autor/Entwickler selbst entscheiden, bei “26″ kann man das Experiment jedoch als mehr als gelungen bezeichnen.
Nachtrag: Ich dachte eigentlich, das Thema wäre damit gegessen. Aber anscheinend gehts weiter.